Wie Üben sinnvoll ist

Zum Lernen gehört auch Üben. Und zwar meistens durch Wiederholung. Vokabeln üben, Grammatikregeln durch zahlreiche Übungen verinnerlichen, Texte lesen und Sätze sprechen üben. Überall taucht der Begriff Übung auf. Nicht umsonst wird Übung als „ständige Wiederholung von etwas, um darin besser zu werden“ definiert. Wie man sieht, geht es nicht nur allein um die Wiederholung, sondern auch um den Willen etwas zu erreichen. In der Schule möchten Lehrer durch Wiederholung erreichen, dass die Kinder höhere Leistungen erbringen. Doch wenn die Kinder dazu auf gut Deutsch gesagt keine Lust haben, werden sich Erfolge nur langsam einstellen.

Authentisch muss es sein

Wenn eine Übung authentisch ist dürfen Schüler diese selber in ihrem Verlauf beeinflussen. Entweder sind sie dabei sie selbst oder sie nehmen eine andere Rolle an. Ist eine Übung sehr geschlossen formuliert, lässt sie meist nur einen Lösungsweg zu. So wird weder die Fantasie der Kinder noch ihre Kreativität angeregt. Dagegen werden bei offenen Übungen genau diese Faktoren beachtet und die Kinder haben mehr Spaß an der Übung. Geeignet sind hierbei zum Beispiel Bildbeschreibungen, das Weitererzählen von Geschichten oder das eigenständige Bilden von Sätzen nach einem bestimmten Muster.

Inhalt sowie Kontext spielen eine Rolle

Weiterhin ist auch von Belang, worum es in der Übung überhaupt geht. Darauf sollten sich die Schüler wenigstens ein bisschen einlassen können. Finden sie nämlich einen persönlichen Bezug darin, werden durch eigene Erfahrungen und Emotionen dann beide Gehirnhälften angesprochen. Zudem merkt sich das Gehirn Inhalte besser, wenn sie aktiv und vor allem sinnreich angewendet werden. Nicht weniger wichtig ist es, dass die Schüler wissen, wozu sie eine Übung brauchen, welchen Kontext bzw. welches Ziel sie hat. Besonders gut erkennbar ist das, wenn eine Übung Stück einer größeren Aufgabe ist. So können sich die Kinder einen Teil dieses Auftrags mithilfe einer Übung selbstständig erarbeiten. Im besten Fall setzen sie das erworbene Wissen dann eigenständig in der Hauptaufgabe ein. Die Feststellung allein, dass bestimmte Vokabeln oder ähnliches „später mal gebraucht werden“, ist keine ausreichende Begründung für den Kontext der Übung.

Auf den richtigen Schwierigkeitsgrad kommt es an

Ist eine Übung zu schwer, verlieren die Kinder irgendwann die Lust, ist sie zu leicht, langweilen sie sich stattdessen. Es ist bei einer Übung also besonders wichtig, dass sie genau den Schwierigkeitsgrad besitzt, den Kinder als zu bewältigende Herausforderung sehen. Im Unterricht müssen dabei mitunter mehrere Versionen einer Übung erstellt werden, um allen Levels gerecht zu werden. Oder es gibt extra Hilfestellungen für schwache und zusätzliche Aufgaben für starke Schüler.

Und Kommunikation sollte dabei sein

Wie beim Sprachunterricht auf unseren Sprachcamps üblich, sollten die Kinder ihr erworbenes Wissen in aktiver Kommunikation anwenden können. Dafür eignen sich zum Beispiel Partnerübungen, wo jemand interviewt wird oder etwas in Erfahrung gebracht werden muss. Dabei lassen sich leicht eigene Vorlieben und Ansichten mit einbauen. Aufgrund der Nähe zur Realität eignen sich diese Übungen sehr gut, um beim Sprechen sicherer zu werden. Beim nächsten Mal widmen wir uns weiteren Tipps, wie Kinder zuhause am besten üben.

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